Blog der Tao-Meditationsgruppe Wettingen

Neue Mitglieder, ob Anfänger oder Fortgeschrittene, sind jederzeit herzlich bei uns willkommen!

Die Ich-Illusion…

Veröffentlicht von erwin am 09/05/2025
Veröffentlicht in: 2025, Achtsamkeit, Ansicht, Huang Po, Illusionen, loslassen, Marcel Geisser, nicht wissen, Nicht-Selbst, Nichts. Schlagwort: 2025, Achtsamkeit, Buddhismus, Freitag, Gedanken, Zen. Hinterlasse einen Kommentar

Für unser grundlegendes Wohlbefinden ist es essentiell, ein gesund entwickeltes Ich zu haben. Menschen mit einem unterentwickelten oder fehlgeleiteten Selbstgefühl können nicht gut in der Welt funktionieren. Joseph Goldstein

Buddha hingegen lehrte, dass lebende Wesen kein Selbst in sich haben, das man als eigenständiges Ich oder als eigenständige Persönlichkeit bezeichnen kann. Die Illusion eines abgeschlossenen Selbst, verleitet uns zur Egozentrik und ist die Quelle allen Leidens. Marcel Geisser

Laozi schrieb: „Wer das Ich liebt, dem wird viel Schaden geschehen. Wer sich selbst als das Weltzentrum sieht, wird verloren gehen.“

Im Zen wird das Ich-Bewusstsein als Illusion betrachtet. Das Selbst ist nicht fest oder unveränderlich, sondern eine Konstruktion des Geistes. Eine egozentrierte Identifikation.

Einsicht bedeutet, klar und tief zu sehen, dass alles im Geist und im Körper ein sich verändernder Prozess ist und dass esniemandengibt, dem etwas geschieht. Joseph Goldstein

Nicht ‘ich’ atme, sondern der Atem atmet. Nicht ‘ich’ höre, sondern das Hören hört. Nicht ‘ich’ sieht, sondern das Sehen sieht. Nicht ‘ich’ fühle, sondern die Gefühle fühlen. Nicht ‘ich’ denkt, sondern die Gedanken denken und das Bewusstsein ist bewusst. Es ist unnötig sich vorzustellen, dass es in unserem Inneren noch zusätzlich eine Instanz gibt, so quasi im Kranführerhäuschen, hoch über all dem Geschehen, die Gedanken und Gefühle ‘hat’. Fred von Allmen

Beim Verständnis von „Nicht-Ich“ geht es um das Erkennen und Loslassen der vielen Ich-Identifikationen im Sinne des Anhaftens daran. Marcel Geisser

Immer, wenn wir die Gedanken und Gefühle von ‘ich’, von solidem Selbst, erkennen und durchschauen, entsteht eine grosse Freiheit in uns, ein grosser Raum, in dem wir loslassen, entspannen und unbeschwert sein können – und doch wach und präsent. Fred von Allmen

Zen-Meister Huang Po, 9.Jh. sagte:„Wenn du das Ich aufgibst, wird dein wahres Wesen offenbar.“

Du bist genug…

Veröffentlicht von erwin am 02/05/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Lin-Chi, ein berühmter chinesischer Zen-Meister des 9. Jahrhunderts, sagte: „Menschen und Buddhas sind nicht zwei.“ Und: „Es gibt keinen Unterschied zwischen dir und dem Buddha.“ Er meinte, dass du bereits gut genug bist. Wir brauchen nichts Besonderes zu unternehmen, um unseren Buddha-Körper zu kultivieren. Dazu gehört nichts, als ein einfaches authentisches Leben. Unser wahres Selbst braucht keine bestimmte Stellung, keinen bestimmten Posten. Es braucht weder Geld noch Ruhm noch Status. Es muss gar nichts. Wir leben einfach unser Leben tief im gegenwärtigen Augenblick.

Wenn wir essen, essen wir nur. Wenn wir Geschirr spülen, tun wir nur das. Beim Gehen gehen wir einfach, beim Sitzen sitzen wir. Es ist ein Wunder, dass wir all das tun können, und die Lebenskunst besteht darin, diese Dinge in Freiheit zu tun.

Einmal hatte ich die Gelegenheit, die buddhistischen Höhlen von Ajanta im nordindischen Staat Maharashtra zu besuchen. Sie sind vollständig aus dem Fels gehauen worden. Es gibt Wohnräume und Höhlungen zum Abstellen der Almosenschalen und Ablegen der Roben der Mönche. Am Tag, als ich dort war, brannte die Sonne sehr heiss und ich genoss die frische Kühle der Höhle.

Nichts musste dort hingebracht werden, um diese Höhlen fertigzustellen. Je mehr Stein man wegschlug, desto grösser wurden sie. Mit dem Zugang zu unserem wahren Selbst, unserer wahren Natur, verhält es sich ganz ähnlich. Alles, was wir aussen zu finden hoffen, ist bereits in uns. Liebevolle Güte, Verstehen und Mitgefühl sind in uns, wir brauchen nur etwas Gestein, das den Weg versperrt, abzutragen, damit sie sichtbar werden. Wir sind bereits alles, was wir werden möchten. Auch in den dunkelsten Zeiten ist alles Gute, Schöne und Wahre bereits da, in und um uns. Wir müssen nur auf so eine Weise leben, dass es sichtbar werden kann.
Thich Nhat Hanh

Intersein

Veröffentlicht von erwin am 27/04/2025
Veröffentlicht in: 2025, Alltag. Schlagwort: Achtsamkeit, Freitagstext, Gedanken, Meditation, Zazen. Hinterlasse einen Kommentar

Ein Apfelschnitz in einer Frühstücksbox

enthält das ganze Universum.

Bäume, Sonnenlicht, Wolken, Regen, Erde, Luft, der Schweiss eines Bauern – all das ist darin enthalten.

Lieferwagen, Benzin, ein Markt, Geld, das Lächeln der Kassiererin – all das ist darin.

Ein Kühlschrank, ein Messer, ein Schneidbrett, Mutters Liebe – all das ist darin.

Alles auf der Welt ist wechselseitig voneinander abhängig.

Und jetzt stell Dir vor, was alles in Dir existiert.

Das ganze Universum ist in uns.

Die Versenkung…

Veröffentlicht von erwin am 06/04/2025
Veröffentlicht in: 2025, Achtsamkeit. Schlagwort: Achtsamkeit, Buddhismus, Freitagstext, Gedanken, Geist, Zazen, Zen. Hinterlasse einen Kommentar

,,,nimmt dem menschlichen Geist Bild und Form und alle Vielheit ab. Er gelangt in eine wahr-nehmende Unwissenheit seiner selbst und aller Dinge und wird in den Abgrund der in einander fliessenden Einheit getragen. Darüber hinaus gibt es kein Streben noch Mühen, denn Anfang und Ende sind eins geworden und der Geist ist – sich selbst entsunken – eins mit dem Göttlichen.

Heinrich Seuse, christlicher Mystiker

1295 – 1366

und in der Sprache des Zen:

Den Weg der Erleuchtung kennenlernen und meistern,

heisst,

Sein wahres Selbst kennenlernen und

meistern,

heisst,

Sich selbst vergessen

heisst,

mit dem ganzen Universum eins sein.

Dogen Zenji, 1200-1253,

einflussreicher Lehrer des Zen-Buddhismus

Allein sein

Veröffentlicht von erwin am 30/03/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt Menschen, die glauben, dass sie, wenn sie an einem abgelegenen Ort ungestört von der Gesellschaft leben, mehr Zeit zum Üben haben. Dem Buddha zufolge ist der beste Weg, allein zu sein und nicht gestört zu werden, zu sich selbst nach Hause zu kommen und sich dessen bewusst zu werden, was im gegenwärtigen Moment geschieht. Zur Zeit des Buddha gab es einen Mönch, Thera genannt, der gerne allein war. Er versuchte, alles allein zu tun, und war sehr stolz auf seine Praxis des Alleinseins.

Einige Mönche gingen zum Buddha und berichteten ihm, dass es da einen Mönch gab, der so praktizierte und behauptete, die Lehren des Buddha über das Alleinsein zu befolgen. Eines Tages rief der Buddha den Mönch Thera zu sich und fragte ihn, ob er gerne allein praktiziere. Thera antwortete mit Ja. Und der Buddha sagte: „Erzähl mir, wie du das machst.“ Und Thera antwortete: „Ich sitze allein. Ich gehe allein auf Almosenrunde ins Dorf, ich esse mein Mittagessen allein, ich mache meine Gehmeditation allein. Ich wasche meine Kleider allein.“

Daraufhin sagte der Buddha: „Das ist sicher eine Art, allein zu sein. Aber ich habe eine viel bessere, um allein zu leben.“ Und dann fuhr er mit den Worten fort: „Verfolge nicht die Vergangenheit. Lauf nicht in die Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr. Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Derjenige, der Tag und Nacht in Achtsamkeit verweilt, ist jemand, der den besseren Weg kennt, allein zu leben.“

Allein zu leben bedeutet, nicht jemanden bei sich zu haben. Dieser „Jemand“ kann die Vergangenheit, die Zukunft oder es können Ihre Projekte sein. Er kann das Objekt Ihres Suchens oder Verlangens sein oder Ihre Vorstellung von Glück. Allein zu leben bedeutet, völlig zufrieden zu sein mit dem Hier und Jetzt, sich vom gegenwärtigen Moment tief erfüllt zu fühlen. Sie müssen nicht in die Berge gehen oder sich in eine Höhle zurückziehen, um allein zu sein. Dort könnten Sie sich immer noch nach etwas anderem sehnen – und dann sind Sie nicht allein. Aber mit der Achtsamkeit können Sie mitten auf dem Marktplatz sitzen und trotzdem allein sein in Frieden und Freiheit.
Thich Nhat Hanh

Der Stille trauen lernen

Veröffentlicht von erwin am 30/03/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Sei still und aus der Stille wird Weisheit zu dir kommen.

Sei still und die Stille wird dich in die Ganzheit deines Menschseins führen.

Sei still und du wirst erfahren, wer du bist und wer all die andern um dich herum sind.

Darum sei still und die Stille selbst wird als Weisheit zu dir kommen.

Sei still . . . sei …

Dieser Text eröffnet uns Stille als einen weiten Raum. Ja noch mehr: Er eröffnet uns Stille als etwas, das wir nicht machen oder suchen müssten, sondern Stille als etwas, das auf uns zukommt. Und zwar als etwas, wonach wir uns so sehr sehnen: Weisheit, Selbsterkenntnis, ein Gespür für das Geheimnis des Lebens. Die Stille, so verheissen uns diese Worte, führt uns ganz unmittelbar zur Quelle des Lebens, ja ist diese Quelle.

Bist du bereit, der Stille in aller Einfachheit zu vertrauen?

Dann setz dich hin in Stille und öffne dich für sie:
Sei still … , sei Stille … , sei …

Aus: „Tiefe Stille – Weiter Raum: Schweige-Impulse für jeden Tag“ von Marcel Steiner. 2018

Mensch und Natur

Veröffentlicht von erwin am 30/03/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Zen lehrt eine tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Natur. Der Meditierende versteht sich als Teil der grossen Natur, als ein Mikrokosmos im Makrokosmos. Er ist eingebettet in der Natur und wird von denselben Kräften wie sie durchdrungen. Die Grundidee einer universellen und irdischen Harmonie, wird schon früh im Daoismus dargelegt. Martina Darga

Im Zazen erfahren wir uns als Teil des grossen natürlichen Ganzen. Wir sind im Einklang mit unserer inneren Natur und den Naturgesetzen. Wir entwickeln Ehrfurcht vor der natürlichen Ordnung.

Wir spüren, wie unser Atem kommt und geht. Jeder Atemzug bringt Frische. Wir sind wie ein See. Die Wellen kommen und gehen, doch tief unten bleibt das Wasser unbewegt. Wenn Gedanken auftauchen und Emotionen sich bemerkbar machen, lassen wir sie wie Wolken am Himmel einfach vorüberziehen. In der Tiefe unseres Geistes bleibt alles ruhig und klar.

Wir öffnen uns dem gegenwärtigen Moment. Unser Geist ist jetzt wie ein offenes Fenster, durch das der Wind frei weht. Was auch immer im Geist auftaucht, wir lassen es kommen und gehen.

Ryōkan schrieb: „Der Mond spiegelt sich in stillen Wassern, der Wind streift durch den Bambuswald – alles geschieht mühelos.“

Ein berühmtes Kōan fragt: „Welchen Klang hat die Natur?“ Diese Frage lädt uns ein, jenseits der Worte im stillen Gewahrsein einfach nur zu Sein und zu hören.

Durch Meditation, Achtsamkeit und das direkte sinnliche Erleben können wir eine tiefe Einheit mit der Natur erfahren. Dies führt zu innerem Frieden und zu einem respektvolleren Umgang mit der Welt und der Natur.

Wir fühlen den offenen Raum in und um uns. Wie ein Vogel, der mühelos am Himmel schwebt, so können auch wir uns in diesem weiten Raum des Bewusstseins treiben lassen. Der Himmel hält den Vogel nicht fest, und der Vogel hinterlässt keine Spur am Himmel. Es gibt nichts zu erreichen, nichts festzuhalten.

Shunryu Suzuki sagte: „Wenn du eine Blume wirklich siehst, siehst du das ganze Universum.“

Und Bashō weist uns an: „Sitze in Stille, tue nichts, der Frühling kommt, und das Gras wächst von selbst.“ ChatGPT and more

Sitze für einen Moment still,

Veröffentlicht von erwin am 07/03/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Sitze für einen Moment still,

und Du erkennst,

dass Du herumgerannt bist.

Vermeide,

Dich mit zu vielen Dingen zu beschäftigen,

und Du erkennst,

wie Du Deine Zeit

mit unnötigen Dingen verschwendet hast.

Habe wenig Wünsche,

und Du erkennst,

warum Du so viele Probleme gehabt hast.

Sei menschlich,

und Du erkennst,

wie Du den anderen gegenüber

zu kritisch gewesen bist.

Sei bescheiden,

und Du kannst alles vollbringen.

Nach Chen Chiju, 16. Jahrhundert, China

Das Gasthaus

Veröffentlicht von erwin am 28/02/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Depression und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüsse und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam dein Haus
seiner Möbel entledigt,

selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll.
Vielleicht bereitet er dich vor
auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu deiner Führung
geschickt worden aus einer anderen Welt.

RUMI

Den Dingen und Menschen Raum geben, sie anerkennen als Teil unseres Lebens, der uns aber nicht definiert.

Was aus deinem Leben bis heute geworden ist, bestimmt nicht, wie es weiter geht, sondern zeigt dir einfach an, wo du zu beginnen hast! Beginne, wo du bist! Das aber ermöglicht es uns, je neu zu beginnen, mit dem, was grad ist!

Du musst so gar nichts loslassen!!! Wende dich dir selbst zu, sei mit dir… sitze… sei…

Aus einer Online-Meditation mit Marcel Steiner Anfang Januar 2025

Körperliches Leiden

Veröffentlicht von erwin am 21/02/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Im Zen-Buddhismus wird körperliches Leiden nicht als Hindernis, sondern als Lehrer betrachtet. Es wird nicht als etwas angesehen, das bekämpft oder beseitigt werden muss, sondern als Teil der Realität. Kämpfen gegen das Unvermeidbare zieht Leiden nach sich. Zazen aber ist ein Weg, sich der Erfahrung von Schmerz direkt zu stellen und ihn zu akzeptieren.

Oftmals wird der Schmerz durch Gedanken wie „Ich kann das nicht mehr ertragen“ oder „Wann hört das endlich auf?“ verstärkt. Durch die Praxis des Nicht-Anhaftens an solche Gedanken entsteht Raum für Klarheit und Ruhe, selbst inmitten von Unbehagen. Zazen führt zur Erkenntnis, dass jenseits des Schmerzes eine tiefe, unerschütterliche Ruhe liegt.

Zen Lehrer Muho Nölke schreibt über seine ersten Sesshinerfahrungen (über Tage hin stundenlanges Sitzen) im Kloster Antaiji in Japan: „Meine Beine taten während des Zazen so weh. Plötzlich fühlten sich zehn Minuten wie eine Ewigkeit an. Ich hatte jede Hoffnung aufgegeben, das Sesshin lebend überstehen zu können. Eine Weile versuchte ich es noch mit Ausweichmanövern. Ich biss die Zähne zusammen, lockerte so gut es ging die Beine, und drückte mein Kreuz durch. Ich stand aber nicht auf. Ich blieb sitzen. Ich liess los und gab allen inneren Widerstand auf. Ich war bereit, in den Abgrund zu fallen. Bereit zu sterben. Und plötzlich hatte ich es nicht mehr nötig, zu kämpfen. Auch vor meinen Schmerzen musste ich nicht mehr davonlaufen. Indem ich eins mit meinem Schmerz wurde, hatte ich das Leben in seinem Wesen akzeptiert. Ich war geborgen im Leben selbst. Danach gab es nur noch den gegenwärtigen Moment.“

Jetzt lenken wir die Aufmerksamkeit auf unseren Körper. Wir nehmen bewusst wahr, wo in unserem Körper Unwohlsein oder Schmerz existiert. Wir atmen direkt in diesen Bereich hinein. Mit jedem Einatmen bringen wir frischen Sauerstoff in diese Stellen. Mit jedem Ausatmen lassen wir Anspannung und Widerstand los. Wir beobachten die Empfindungen des Schmerzes ohne sie zu deuten oder zu bewerten.

Wir spüren aber nicht nur den Schmerz, sondern auch die Orte, die sich neutral oder angenehm anfühlen. Wir erkennen, dass unser Körper mehr ist als nur das Leiden. Er ist ein lebendiges System, das uns trägt und unterstützt. Wir sagen innerlich leise zu uns:„Danke, Körper, dass du dein Bestes gibst.“

Allmählich lassen wir ein starkes Empfinden von Mitgefühl für alle Wesen entstehen und denken: “Auch andere Wesen sind Schmerzen ausgesetzt, die meinen ähneln, ja oft sogar weitaus schlimmer sind. Wie sehr wünsche ich, sie könnten ebenfalls frei von diesen Schmerzen sein!“

Wir verweilen in der Stille und geniessen das Gefühl der Entspannung und des Loslassens. Wir erlauben unserem Körper, sich zu regenerieren und zu heilen.

Wir betrachten jeden Augenblick unseres Lebens als einen kostbaren Schatz.

Chat GPT und Muho Nölke

Die Federn der Würde

Veröffentlicht von erwin am 25/01/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Schlagwort: 2025, Achtsamkeit, Buddhismus, Freitagstext, Zen. Hinterlasse einen Kommentar

Tao-te-king

Ein jedes Ding im Universum kehrt zu seiner Quelle zurück.

Rückkehr zur Quelle heisst Stille.

Erkennt man die Quelle nicht, so gerät man in Verwirrung und Leid.

Erkennt man den Ursprung, so wird man duldsam, gelassen und heiter, freundlich und würdig wie ein Weiser

praktische Gründe für das Meditieren

Veröffentlicht von erwin am 24/01/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Einer der praktischen Gründe für das Meditieren besteht darin, sich seine Kraft nutzbar zu machen, um Probleme des Alltags zu bewältigen. Das hat etwas vom Anlaufnehmen bei Leichtathletikwettbewerben. Als ich zum erstenmal Olympische Spiele im Fernsehen verfolgte, konnte ich nur staunen, wie weit manche Sportler zurückgehen, um genügend Anlauf zu haben. Beim Stabhochsprung ging einer vor bis zum Einstichkasten und dann so weit zurück, dass ich schon meinte, er wolle nach Hause. Wenn man keine Ahnung von Stabhochsprung hat, könnte man denken: „Was ist denn mit dem los? Statt mitzumischen, läuft er weg.“

Er läuft keineswegs weg. Er geht nur weit genug zurück, um Schwung für den wirklich grossen Sprung zu bekommen.

Den gleichen Zweck hat die Meditation. Anstatt sich nach dem Aufstehen gleich unvorbereitet in den Mahlstrom des Lebens zu stürzen, setzt man sich eine halbe Stunde hin und meditiert, um einen wirklich guten Start zu erwischen. Wer so in die Welt hinausgeht, nimmt eine grosse Reserve an Energie und Sicherheit mit, von der er zehren kann.
Eknath Easwaran

Das Lächeln

Veröffentlicht von erwin am 24/01/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Hinterlasse einen Kommentar

Wir begrüssen uns jeden Morgen vor dem Spiegel mit einem Lächeln und zaubern uns eine liebenswerte Ausstrahlung aufs Gesicht.

Das Lächeln erwärmt unser Herz und verändert von innen unseren Gesichtsausdruck. Jeder gute Gedanke, jede Freundlichkeit spiegelt sich auf meinem Gesicht. Mein ganzes Wesen lässt sich von der Freundlichkeit anstecken. Im Verlauf des Tages und jetzt wieder während des Zazen, erinnern wir uns an dieses Lächeln am Morgen vor dem Spiegel und erneuern es.

„Ich lächle, atme ein und aus. Wenn die Luft in unseren Körper einströmt, spüren wir wie sie jede Zelle erfrischt. Wenn die Luft unseren Körper verlässt, entspannen wir uns. Manchmal ist unsere Freude die Quelle des Lächelns, aber manchmal kann unser Lächeln die Quelle der Freude sein

Thich Nhat Hanh

Diese Art von Schönheit, die an der Ausstrahlungskraft zu erkennen ist, lässt sich weder machen noch messen. Sie ist einfach da, weil sie dem Wesen des Menschen entspricht. Unser Lächeln überwindet unsere Ängste und verwandelt unsere Sorgen.

Roland Breitenbach

„Das Herz des Menschen verändert sein Gesicht und macht es heiter oder traurig.“

Jesus Sirach

„Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.“

Thich Nhat Hanh

Die vier Verankerungen der Achtsamkeit (Sathipatthana)

Veröffentlicht von erwin am 10/01/2025
Veröffentlicht in: Achtsamkeit. Schlagwort: 2025, Achtsamkeit, Buddhismus, Freitag, Freitagstext, Gedanken, Meditation, Zazen, Zen. Hinterlasse einen Kommentar

Achtsamkeit auf den Körper (Kayanupassana

Wir sind aufmerksam beim Einatmen, wir sind achtsam beim Ausatmen. Wir nehmen auf direkte und natürliche Art wahr, wie sich jeder Atemzug anfühlt, während er kommt und geht. Wir nehmen auch unsere Körperhaltung im Raum wahr. Spüren die Verankerung der Knie und der Füsse mit dem Boden, der uns trägt. Gesicht, Schultern , Arme, Hände , Brust, Bauch, Beine und Füsse sind entspannt.

Achtsamkeit auf die Gefühle (Vedananupassana)

Wenn Gefühle sich im Körper bemerkbar machen, wenden wir unser Gewahrsein dieser Erfahrung zu. Wir sind gegenwärtig, um zu fühlen, was da ist. Gefühle verändern und entwickeln sich. Verklingen schliesslich. Wir nehmen sie einfach wahr. Bewerten oder verurteilen sie nicht.

Achtsamkeit auf den Geist (Cittanupassana)

Ständig erscheinen Gedanken und Vorstellungen im Geist. „Der unruhige Geist ähnelt einem Affen. Unablässig springt er in alle Richtungen. Gedanken lassen sich aber nicht aufhalten. Wir vermeiden lediglich, ihnen einen Nährboden zu bereiten. Wir lassen sie einfach nur das weite Feld unseres Bewusstseins durchqueren, so wie ein Vogel über den Himmel fliegt, ohne eine Spur zu hinterlassen.“

(Matthieu Ricard).

Wir verlieren uns nicht in unserem innerem Geplapper oder unseren Fantasien. Weder identifizieren wir uns mit den Gedanken. Sie entstehen und vergehen ganz von selber. Wir lassen den Geist so sein, wie er ist, und erahnen die Weite und Stille, die jenseits der Gedanken liegt.

Achtsamkeit auf die Geistesobjekte (Dhammnupassana)

Gedanken und Vorstellungen erscheinen lediglich auf der „Leinwand unseres Geistes“. Sie kommen und gehen von selber, entsprechend ihren Ursachen und Bedingungen. Sie sind wie Wolken, die dahinziehen am weiten Himmel. Erscheinend und doch nicht fassbar. Ohne Wurzeln, ohne Zuhause. Kein Grund, sie zu bekämpfen, unnötig, sich darin zu verlieren.

Allmählich stellt sich Geistesruhe ein, innerer Frieden und Mitgefühl für alles Seiende.

Zenmeister Hongzhi sagte:

„ Schweigend und in heiterer Gelassenheit sind alle Worte vergessen. Alles erscheint klar und voller Leben direkt vor dir.“

Und der tibetische Mönch und Gelehrte Shabkar ergänzte:

„Durscheinende Präsenz, unendliche Offenheit. Ohne aussen und innen. Alles umfassend. ohne Grenze und Richtung. Unendlich weite Sicht. Der wahre Zustand des Geistes.“

Fred von Allmen

verschiedene Motive…

Veröffentlicht von erwin am 15/12/2024
Veröffentlicht in: 2024, Atem, Niklaus Brantschen. Schlagwort: 2024, Achtsamkeit, Buddhismus, Freitagstext, Gedanken, Meditation, Zazen, Zen. Hinterlasse einen Kommentar

Es gibt verschiedene Motive, Zen zu praktizieren. Im Wesentlichen können wir folgende Motive unterscheiden, wobei die Grenzen fliessend sind:

Zen aus Neugierde: Bei Anfängerinnen und Anfängern ist Neugierde nicht selten das Motiv. Vom Unbekannten fasziniert, versuchen sie das „Sitzen im Schweigen“ – und lassen es dann wieder sein.

Zen zum Abbau von Stress :

Andere halten an der Zen-Übung fest, auch dann noch, wenn das Neuheitserlebnis vorbei und die Neugierde gestillt ist. Diese Menschen haben gemerkt, dass das aufrechte und ruhige Sitzen sowie das sorgfältige Achten auf den Atem mit der Zeit zu einer tiefen leib-geistigen Entspannung führt und die Nerven stärkt.

Hier könnte man von einem Zen für Gestresste sprechen, für die das tägliche Sitzen zur guten Gewohnheit wird. Zu dieser Gruppe gehören wohl auch jene, die Zen praktizieren, um ihre schöpferischen Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern.

Zen als Sinnsuche:

Nicht wenige Menschen machen mit grossem Ernst Zazen und nehmen oft an mehreren Übungswochen im Jahr teil. Ihre Motive können sie vielfach nicht klar benennen. Sie ahnen jedoch, dass es zwischen Himmel und Erde noch etwas anderes gibt als das, was ihr Verstand zu fassen vermag. Es ist die „Sehnsucht nach einer Sehnsucht“, die Suche nach dem Sinn des Lebens, die sie zum Ausharren motiviert.

Zen als Weg der Erleuchtung :

Schliesslich gibt es Menschen, die entschlossen sind, alles was in ihren Kräften liegt zu tun, um die Erleuchtungserfahrung zu machen: die Erfahrung des ursprünglichen wahren Wesens und damit die Erfahrung des Einsseins mit allen und allem.

Zen und andere spirituelle Wege, die diesen Namen verdienen, sind nicht Selbstzweck. Sie führen nach innen und nach aussen, zu sich und zur Welt, ins Private und Gesellschaftliche. Es ist wie beim Atem.

Wer nur einatmet, erstickt; wer nur ausatmet, kommt ausser Atem und verliert sich im Betrieb.

Niklaus Brantschen

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    rating: 4 of 5 stars
    Dies ist ein sehr gelungenes Buch über die Buddhas der Zukunft und jeder der das liest, merkt bald, dass er /sie selber mit den Buddhas der Zukunft gemeint sind. Dieses Buch ist ein idealer Begleiter auf dem Weg des Buddha. Es enthält auch sehr viel Biographisches über den Autor und seinem Weg zum Zen-Meister.Vor allem predigt Marcel Geisser keine Religion,er zeigt uns einen machbaren Buddhistischer Weg im Alltag, mit sehr viel Mitgefühl und Weisheit und sehr vielem gesunden Menschenverstand. Immer wenn ich Hilfe auf meinem Buddhistischen Weg brauche, schlage irgend wo das Buch auf und finde wieder weiter auf meinem Weg. Dieses Buch kann ich allen wärmsten Empfehlen,es ist meiner Meinung nach eines der nützlichsten Buddhistischen Bücher die ich in lezter Zeit gelesen habe.

    Junli 2008 zentao

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