Für unser grundlegendes Wohlbefinden ist es essentiell, ein gesund entwickeltes Ich zu haben. Menschen mit einem unterentwickelten oder fehlgeleiteten Selbstgefühl können nicht gut in der Welt funktionieren. Joseph Goldstein
Buddha hingegen lehrte, dass lebende Wesen kein Selbst in sich haben, das man als eigenständiges Ich oder als eigenständige Persönlichkeit bezeichnen kann. Die Illusion eines abgeschlossenen Selbst, verleitet uns zur Egozentrik und ist die Quelle allen Leidens. Marcel Geisser
Laozi schrieb: „Wer das Ich liebt, dem wird viel Schaden geschehen. Wer sich selbst als das Weltzentrum sieht, wird verloren gehen.“
Im Zen wird das Ich-Bewusstsein als Illusion betrachtet. Das Selbst ist nicht fest oder unveränderlich, sondern eine Konstruktion des Geistes. Eine egozentrierte Identifikation.
Einsicht bedeutet, klar und tief zu sehen, dass alles im Geist und im Körper ein sich verändernder Prozess ist und dass esniemandengibt, dem etwas geschieht. Joseph Goldstein
Nicht ‘ich’ atme, sondern der Atem atmet. Nicht ‘ich’ höre, sondern das Hören hört. Nicht ‘ich’ sieht, sondern das Sehen sieht. Nicht ‘ich’ fühle, sondern die Gefühle fühlen. Nicht ‘ich’ denkt, sondern die Gedanken denken und das Bewusstsein ist bewusst. Es ist unnötig sich vorzustellen, dass es in unserem Inneren noch zusätzlich eine Instanz gibt, so quasi im Kranführerhäuschen, hoch über all dem Geschehen, die Gedanken und Gefühle ‘hat’. Fred von Allmen
Beim Verständnis von „Nicht-Ich“ geht es um das Erkennen und Loslassen der vielen Ich-Identifikationen im Sinne des Anhaftens daran. Marcel Geisser
Immer, wenn wir die Gedanken und Gefühle von ‘ich’, von solidem Selbst, erkennen und durchschauen, entsteht eine grosse Freiheit in uns, ein grosser Raum, in dem wir loslassen, entspannen und unbeschwert sein können – und doch wach und präsent. Fred von Allmen
Zen-Meister Huang Po, 9.Jh. sagte:„Wenn du das Ich aufgibst, wird dein wahres Wesen offenbar.“

