Zen-Worte – 31.01.2016

„Im Schatten der Berge
wasserdurchzogenes Moos
Rinnsale zwischen den Felsen –
langsam werde ich
ein wenig klarer.“

Ryokan

***

Wenn ihr frei sein wollt, erkennt eurer wahres Selbst.

Es hat keine Form, keine Erscheinung, keine Wurzel, keine Grundlage, keinen Ort,

aber es ist munter und voller Leben.

Es reagiert flink und gewandt,

doch wo es wirkt, ist nicht zu sagen ?

Sucht ihr es, so entfernt ihr euch vom ihm,

wollt ihr es erlangen, so wendet ihr euch nur immer mehr von ihm ab.

Linji

***

Das größte Kommunikationsproblem besteht darin,

dass wir nicht zuhören um zu verstehen, sondern um zu antworten

unbekannt

***

Still sitzen

Nichts tun

Der Frühling kommt

Und das Gras

Wächst von allein

Matsu Bashô

***

Meditiere nicht, um eines Tages Erleuchtung zu finden.

Meditiere, um dein Leben jetzt reicher zu machen.

Meditiere beim Sitzen und Gehen,

wenn du deine Mutter umarmst oder dein Kind versorgst,

Meditiere, um Freude in dein Dasein zu bringen.

 

SHEN-TS‘ING

***

Bleibt man nur lange Zeit unerschütterlich,

 hält den Entschluss aufrecht und übt,

 so werden die ziehenden Wolken verschwinden

 und die Herbstwinde verwehen,

 was auch immer

an schlechten Gedanken auftauchen mag“

 

Dogen Zenji

*** 

Jeder Mensch ist Teil eines Ganzen, das wir Universum nennen. Jeder erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle allerdings als etwas vom Rest Abgetrenntes. Das ist eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Diese Sinnestäuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere persönlichen Bedürfnisse und auf die Gefühle für die wenigen uns nahe stehenden Menschen beschränkt. Unsere Aufgabe ist es, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, den Radius unseres Mitgefühls auszudehnen auf alle Lebewesen und die gesamte Natur in ihrer Schönheit.

Albert Einstein

Wo Schönheit ist, das ist auch Hässlichkeit.

Wenn etwas richtig ist, ist etwas anderes falsch.

Wissen und Unwissen hängen voneinander ab.

Verblendung und Erleuchtung bedingen einander.

So war es schon immer.

Wie könnte es jetzt anders sein?

Das eine loswerden, das andere halten wollen –

Das muss ein lächerliches Schauspiel abgeben.

Auch wenn du sagst, alles sei wunderbar,

du musst dich doch mit all dem stets sich Wandelnden abgeben.

 

Ryokan

 ***

Form die keine Form ist

Kommen und gehen

Denken das kein Denken ist

unser Singen und Tanzen ist die Stimme der Wahrheit

Hakuin

*

Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft.

 Buddha

,,Das Geheimnis des aussergewöhnlichen Menschen

Ist in den meisten Fällen nichts als Konsequenz,,

Buddha

***

„Los, los, los!

Los jetzt, lass uns tanzen!

Tanze, tanze, zur Gänze nackt –

Was hast du zu verlieren?

Die Nacktheit unsrer Jugend

Geht viel zu wenig weit:

Machst du dich nicht völlig frei

Wirst‘ auf immer befangen sein.


Weg mit der weissen Unterwäsche

Den schwarzen, roten Hosen:

Los, zieh’s aus, zieh Alles aus –

Auch den Körper, deinen Geist:

Weg damit, lass alles los!

Ja, tanze, tanze, splitternackt

Los jetzt, lass los! Los!“

 

Hisamatsu Shin‘Ichi

*

Der Geist hat keine Farbe, wie Grün oder Gelb, Rot oder Weiss;

Er ist nicht lang oder kurz;

Er verschwindet nicht oder taucht auf;

Er ist gleichermassen frei von Reinheit;

Und seine Dauer ist ewig.

Er ist äusserste Stille.

Dies also ist die Form und Gestalt

Unseres ursprünglichen Geistes,

der auch unser ursprünglicher Leib ist –

der Buddha-Leib!

 Hui Hai

*

 Ch’an-Meditation (Zen-Meditation) setzt die völlige Abkehr von allen dualistischen Begriffen voraus, so dass alle Gegensatzpaare als nichtig erkannt werden. Demnach darf sich nicht der Gedanke einschleichen: „Jetzt verstehe ich, dass alle Gegensatzpaare nichtig sind, und deshalb habe ich mich von ihnen gelöst“, den „ich“ und „sich lösen“ sind ja Gegensätze von „ein anderer“ und „dabei bleiben“.

 Der Geist muss wie ein grosser Spiegel werden, der die fortlaufend wechselnde Szene, die sich vor ihm abspielt, völlig unbeteiligt reflektiert. Wiewohl nicht blind für Gut und Böse, darf man für keines von beiden Liebe oder Abneigung empfinden. Der Geist muss unbeeinflusst bleiben vom Entstehen und Vergehen der Umweltformen, so dass er leer und bewegungslos bleibt, sich mit den Erfordernissen des Augenblicks befasst, nur um sich gleich wieder von ihnen zu lösen – das ist es, was man  als „niemals von Buddha getrennt sein“ bezeichnet. Es ist auch sehr nahe am wu-wei der Taoisten.

 John Blofeld

***

Es ist das wesentliche Merkmal des Zen,

dass die grundlegende Wahrheit immer nur

in sich selbst gesucht wird

und niemals in irgendetwas Äußerem.


Zenkai Shibayama

*

Der Weise geniest, was ihm die Sinne vermitteln,

wenn es dem Leben nützt, er lässt  davon ab, wenn es

dem Leben schadet

aus dem Lüshih Chunchiu

***

Groll mit sich herumtragen ist wie das Greifen

nach einem Stück Kohle

in der Absicht, es nach jemandem zu werfen

Man verbrennt sich dabei nur selbst

Shantideva

                                                                                                                                                                                          

Ein Kommentar zu “Zen-Worte – 31.01.2016

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