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Die vier Elemente

Nach buddhistischer Tradition besteht der Körper aus den vier grundlegenden Elementen Erde, Feuer, Luft und Wasser. Diese vier Elemente charakterisieren nicht eine „esoterische“ Grundsubstanz, sondern verschiedene Funktionen und Eigenschaften dieser materiellen Wirklichkeit.

Das Erd-Element bezieht sich auf die Tatsache, dass materielle Dinge Raum einnehmen. Das kann als Härte oder Weichheit direkt wahrgenommen und erfahren werden. In der Meditation sind es diese Erfahrungen, denen wir Aufmerksamkeit schenken.

Das Feuer-Element manifestiert sich als Temperatur, die durch das Schwingen materieller Dinge zustande kommt. Wir nehmen sie wahr: kalt, kühl, warm, heiß oder brennend heiß. Es mag sein, dass wir hier sitzen und der Gedanke kommt: »Oh, es ist wirklich heiß hier drinnen!« Wenn wir in diesem Moment unsere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit dem Körper zuwenden, was nehmen wir dann wahr? Eine Anzahl wechselnder Empfindungen von Kälte oder Hitze. Statt dass wir denken: »Wie heiß es hier drinnen ist!«, fühlen wir die unmittelbare Erfahrung.

Das Luft-Element bewirkt Bewegung in den materiellen Dingen und kann als Vibration, Oszillation oder Spannung wahrgenommen werden. Dies ist die Ebene, auf die wir unsere Achtsamkeit richten wollen.

Das Wasser-Element sorgt für das Zusammenhalten der Materie und entspricht den Kräften der Kohäsion. Dieses Element kann nicht direkt gespürt werden, da es die Kraft ist, die zusammenfügt und so Berührungsflächen auflöst.

In den Meditationen des Körpergewahrseins, die in der Vipassana- oder Erkenntnis-Meditation eine wesentliche Rolle spielen, können wir den Körper auf der Ebene der direkten Wahrnehmung dieser Elemente erfahren, anstatt auf der Ebene von Konzepten wie „Hand“, „Knie“ oder „Körper“ zu bleiben. Dies kann uns helfen, unser Anhaften am Körper zu lösen. Wenn wir denken: »Oh Schreck, mein Knie schmerzt fürchterlich, vielleicht muss ich ins Krankenhaus«, sind wir bereits eindeutig mit der momentanen Körpererfahrung identifiziert. Es ist „mich“ und es ist „mein Knie“, das „fürchterlich schmerzt“. „Ich“ wirkt solide, „Knie“ scheint substanziell, „Schmerz“ ist real, und die befürchtete Konsequenz ist fast schon so gut wie eingetreten.

Wenn es uns jedoch gelingt, unsere Aufmerksamkeit unvoreingenommen und mit Sorgfalt und Interesse auf die direkte Erfahrung zu richten, was nehmen wir da wahr? Einen Druck, ein Stechen, vielleicht Hitze — kaum mehr. Achtsames Hinfühlen, unter Umgehung der Konzepte, kann aus einem scheinbar komplexen und problematischen Phänomen eine relativ leicht verkraftbare Erfahrung machen. So fällt es auch leichter, dieser Erfahrung mit Gelassenheit zu begegnen, statt mit Abneigung, Ärger oder Panik darauf zu reagieren. Die Erfahrung mag vielleicht etwas schmerzhaft sein, etwas unangenehm, aber nicht wirklich ein Problem – kein inneres Leiden.

Aus dem Buch Buddhismus von  Fred von Allmen Produkt-Information

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