12. Dezember 2009 von zentao
Vor langer Zeit lebte ein weiser Mann der eine Goldmiene besass. Er hatte einen sehr ehrlichen Angestellten, dem er die gesamte Verwaltung der Mine anvertraute. Wenn jedoch das Gold von einem Ort zum anderen transportiert wurde, beobachtete dies der Eigentümer und folgte dem Transport.
Der Angestellte fühlte sich unwohl und irritiert, weil sein Chef ihm zwar die Verwaltung der Miene übertragen hatte, aber während des Transport immer persönlich anwesend war. So fragte der Angestellte eines Tages den Eigentümer: „Warum vertrauen sie mir nicht?.
Der Eigentümer antwortete: „Ich vertraue ihnen, aber sie vertrauen sich selbst nicht, deswegen folge ich ihnen,“
Der Sinn liegt darin, dass du dich nicht beklagen solltest, wenn andere dir nicht vertrauen. Anstatt anderen Vorwürfe zu machen, erkenne dich selbst – wer du bist und was du bist, so dass du dir selber trauen kannst.
Wenn du dir selber vertraust, werden dir andere vertrauen, dann gibt es keinen Zweifel und kein Misstrauen. Ein solch klarer Geist ist nicht nur dein eigener Geist, er ist eins mit dem Geist des andern.
aus Dae Poep Sa Nim, Der Duft der Lotusblüte: Mitten im Alltag zu innerer Freiheit finden. Texte der buddhistischen Meisterin (Taschenbuch
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11. Dezember 2009 von zentao
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Zen-Lehrer Marcel Geisser besucht uns auch nächstes Jahr wieder
Wann: am Freitag, den 10. September 2010. um 20 Uhr
Wo: im Kirchgemeindehaus in Wettingen
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Dagmar Jauernig von der Sangha Zürich hat sich bereit erklärt,
auch im nächsten Jahr wieder vier Mal zu uns nach Wettingen zu kommen.
Die Daten und Themen sind noch nicht festgelegt.
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Neu auf dem Blog eine Serie von Videos von Thich Nath Hanh
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Flyer download
Hier könnt ihr den Flyer unserer Sangha herunter laden..
Zeitungsbericht vom 5. November 2005 in der Aargauerzeitung
Die Aargauer Zeitung hat am 5. November 2005 einen Zeitungsbericht über unsere Sitzgruppe veröffentlicht.
Der Zeitungsartikel kann
hier angesehen werden.
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Wenn Euch die Seite gefallen hat freuen wir uns auch über einen Kommentar.
Nun viel Spass beim Lesen!
Nicht Vergessen; wir haben auch noch unsere Webseite
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7. Dezember 2009 von zentao
Die Vergänglichkeit aller Dinge
Jede Sekunde des Lebens ist kostbar. Gewöhnlich lassen wir zu, dass die Zeit einfach verstreicht; wie feiner Goldstaub, der uns zwischen den Fingern hindurchrinnt. Warum aber verschieben wir Angelegenheiten, die -wie wir intuitiv erfassen- von ganz entscheidender Bedeutung sind, ständig auf später? Selbstverständlich brauchen wir nicht vor Ungeduld gewissermassen mit den Füssen zu scharren, nur weil wir so schnell wie möglich Resultate zu sehen bekommen wollen. Notwendig aber ist der unerschütterliche Entschluss, keine Zeit mehr mit belanglosen Zerstreuungen zu verlieren. Keinesfalls sollten wir uns von der Illusion täuschen lassen, „das ganze Leben liege noch vor uns.“ Jeder Augenblick unseres Daseins ist kostbar, denn unversehens kann der Tod jederzeit eintreten.
Mit welchen Augen wir den Tod betrachten, hat weitreichenden Einfluss auf unsere Lebensqualität. Manche Menschen haben grosse Angst vor dem Tod, andere denken lieber erst gar nicht an ihn, wieder andere machen ihn zum Gegenstand der Meditation, um jeden Augenblick des Daseins mit grösserer Wertschätzung begegnen und besser unterscheiden zu können, was ihnen wirklich lebenswert erscheint. Für jeden von uns ist der Tod unausweichlich; darin sind wir alle Menschen einander vollkommen gleichgestellt. Hingegen unterscheiden sie sich in der Art, wie sie sich auf ihn vorbereiten. Ein Weiser nimmt die Einsicht in die eigene Sterblichkeit als Ansporn, sich beherzt und unverzagt den Anforderungen des Lebens zu stellen, statt seine Zeit mit nichtigen Zerstreuungen zu vertun. Da er weiss, wie flüchtig und hinfällig, wie unsicher das Leben ist, vermag er der Lebensspanne, die ihm noch verbleibt, ihren wahren Wert beizumessen. Wer jeden Augenblick nutzt, um ein besserer Mensch zu werden und zum Glück seiner Mitmenschen beizutragen, wird schliesslich in Frieden sterben können.
Wir denken an die Abfolge der Jahreszeiten, Monate, Tage, Augenblicke und an die vielfältigen, das Leben der empfindenden Wesen betreffenden Veränderungen; dann denken wir an den Tod: Ihm entgehen können wir nicht, doch die Stunde unseres Todes kennen wir nicht. Wer weiss, wie viel Zeit mir noch bleibt? Selbst wenn ich ein hohes Alter erreichen sollte, wird das Ende meines Lebens ebenso schnell vergangen sein wie der Anfang. Daher ist es so wichtig, im tiefsten Grund meiner selbst zu bedenken, was im Leben wirklich zählt, und die mir verbleibende Zeit möglichst fruchtbar zu gestalten, zum eigenen Wohl und dem der anderen. Wenn ich meditieren möchte, um meine inneren Qualitäten zu entwickeln, kann ich gar nicht früh genug damit beginnen.
In tiefer Sammlung erkennen wir an, dass wir uns vom Leid befreien und wahres Glück finden möchten. Wir machen uns aufrichtig bewusst, dass sämtliche Lebewesen danach streben. Wir bedenken die Verkettung von Ursachen und Wirkungen, in deren Folge bestimmte Arten von Gedanken, Worten und Handlungen -diejenigen zum Beispiel, die auf Hass, Gier, Eifersucht und Arroganz zurückgehen- Leid hervorrufen, während andere, die auf Wohlwollen und Weisheit beruhen, uns tiefe Zufriedenheit verschaffen. Daraus ziehen wir unsere Schlussfolgerungen, die besagen, was es zu tun und was es zu unterlassen gilt, und sind fest entschlossen, im Sinne dieser Einsichten zu handeln.
Text von Matthieu Ricard
Freitagstext vom 4.12.2009
Bücher von Matthieu Ricard


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29. November 2009 von zentao
Unwissenheit durch Erkenntnis ersetzen
Freitagstext vom dem 27.11.2009 Aus: von Allmen, Buddhismus
Der tiefe Glaube an ein uns innewohnendes, unabhängiges Selbst resultiert aus der Unwissenheit und der Täuschung über das Wesen der Dinge. Gemäß unserer Wahrnehmung wirken viele Dinge solide und beständig. Ein Berg zum Beispiel ist vielleicht schon Jahrmillionen alt und erweckt den Anschein, schon immer da gewesen zu sein. Doch das ist relativ, denn verglichen mit dem Erdalter ist er gar nicht so alt. Die Erosion sorgt dafür, dass er langsam zerfällt, bis er ganz verschwunden sein wird. Aber selbst in Bezug auf unser eigenes Leben, von dem wir verstandesmäßig ganz genau wissen, dass es begrenzt ist und jeden Moment enden kann, ist es uns auf einer tieferen, emotionalen Ebene fast unmöglich, dies zu realisieren und nachzuvollziehen. Tatsächlich unterliegen alle entstandenen Phänomene einem ständigen Wandel. Wir unterliegen der Täuschung der Beständigkeit vor allem deswegen, weil unsere Wahrnehmung zu langsam und zu träge ist, um das Entstehen und Vergehen in jedem Augenblick mitzubekommen. Dabei soll nach Erkenntnissen der Nuklearphysik das ganze Universum trillionenmal pro Sekunde entstehen und wieder vergehen.
In der Meditation kann unsere Achtsamkeit so präzis und kontinuierlich werden, dass die in jedem Sekundenbruchteil stattfindenden Veränderungen von Körper und Geist direkt wahrgenommen werden. Bei genauerer Betrachtung lassen sich Körperempfindungen mit dem Regen vergleichen, der auf einen See fällt – ein unentwegtes Prickeln entstehender und vergehender Empfindungen. Wenn unsere Achtsamkeit noch kontinuierlicher und präziser wird, sehen wir sogar, dass jede Erfahrung mit all ihren Komponenten – einschließlich der Gefühlstönung und des Bewusstseins selbst — von Moment zu Moment entsteht und vergeht, erscheint und verschwindet.
Wenn wir erkennen, wie dieses Dasein sich von Moment zu Moment neu erschafft und wieder vergeht, sehen wir, dass das, was wir sind, ein Prozess ist, „leer“ unabhängiger Existenz. Etwas, das sich andauernd verwandelt, kann nicht die Substanz, die Wirklichkeit haben, die wir ihr aus Unwissenheit heraus unterstellen. Ist aber die Unwissenheit aufgelöst, bricht der nachfolgende Prozess des Getriebenseins zusammen. Wenn wir die wahre Natur des Daseins durch und durch verstehen, erlischt die Reaktivität des Geistes. Sobald wir verstehen, dass die Dinge vergänglich und damit nicht fassbar sind, lässt der Geist von seiner Gewohnheit des Festhaltens ab. Damit sind wir bei der dritten edlen Wahrheit, der Freiheit von Leiden. Unwissenheit wird durch „Wissen“, Täuschung durch Erkenntnis ersetzt.
Aus: von Allmen, Buddhismus
29.11.2009 Freitagstext von Gisela
von Fred von Allmen und Renate Seifarth von Theseus
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20. November 2009 von zentao
In einem der Koans hält Buddha einfach eine Blume hoch, als von ihm ein Vortrag erwartet wurde. Jeder schaut ihn überrascht an. Einzig Kasho lächelt. Der Buddha sagt: „Ich habe hier die höchste Einsicht,

Buddha hält einfach eine Blume hoch….
ich gebe sie an Kasho weiter.“
Jeder schaut den Buddha immer noch überrascht an und fragt sich:
Was meint er mit der Blume, was steckt dahinter. Einzig Kasho, versteht, dass es keine besondere Bedeutung gibt. Nur eine Blume, ohne versteckte Bedeutung.
Erwartungen hohe Erwartungen bergen die Gefahr, fortwährend nach der versteckten Bedeutung zu suchen.
Meditation ist sehr einfach.
Es ist, sich einfach hinzusetzen und mit Achtsamkeit
bei dem zu bleiben, was ist.
Was ich höre, höre ich.
Was ich sehe^, sehe ich.
Was ich fühle, fühle ich.
Was ich denke, denke ich.
Was ist, ist.
Ich halte nichts fest, und ich halte nichts fern.
Ich kann es nicht gut tun, und nicht schlecht.
Ich kann nicht lernen und keinen Fortschritt machen.
Was ist, kann in jedem Moment anders sein.
Kenntnis und Erfahrung sind hier Irrelevant.
Achtsamkeit ist einfach: in der Wirklichkeit gegenwärtig sein, so wie sie sich jetzt zeigt. Ohne etwas hinzuzufügen, ohne etwas darüber hinaus zu suchen. Einzig dies, und masslose Milde! Eine unerschöpfliche Einfachheit! Die einzige sinnvolle Antwort ist ein Lächeln.
Aus dem Buch Mindfulness von Edel Maex
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13. November 2009 von zentao
Alles durchdringendes Leid
von Christine Longaker aus dem Buch “ Lebendiger Buddhismus aus einem Vortrag der Friedensuniversität 1995 in Berlin
Alles durchdringendes Leid
von Christine Longaker aus dem Buch “ Lebendiger Buddhismus aus einem Vortrag der Friedensuniversität 1995 in Berlin
Grundsächlich underscheidet man drei Arten von Leid. Das erste nennt man alles durchdringendes oder Grundlegendes Leid. Dies steht in Verbindung mit der tatsächlichen Bedeutung des Pali-Wortes dukka, das der Buddha für Leiden verwandte: “ Die Natur des Leidens ist Dukka“ Einige Übersetzer sagen heute, Leiden sei keine Akkurate Übersetzung; Dukka bedeute Frustation, Unzufriedenheit, das Gefühl,dass irgend etwas nicht stimmt, eines nicht zum anderen passt und nichts richtig funktioniert, dass alles unzuverlässig ist, unvollkommen und unbefriedigend. Als Folge davon sind wir ständig frustriert. Klingt das vertraut? Das ist das subtile Leiden, da sich durch alles hindurch zieht und das unser Geist ständig erlebt.
In unserer Erziehung und Gesellschaft wird uns vorgegaukelt, die Dinge könnten vollkommen sein, wir könnten Befriedigung finden. So beobachten wir die anderen und denken:“ Alle scheinen friedlich, glücklich und zufrieden zu sein; was ist bloss falsch mit mir?“ Nun alle würden wahrscheinlich berichten zu können, dass auch sie Leidvolle Erfahrungen machen. Die Botschaft des Buddha bedeutet also: Wenn Sie feststellen, dass Sie leiden können Sie sicher sein, das Sie sich auf dem richtigen Planeten befinden. Es liegt nicht an Ihnen; Sie machen nichts verkehrt. Leid ist unvermeidlich, und jeder leidet, nicht nur Sie oder Ich.
Im Buddhismus beschreibt man das als Samsara, als ein kontinuierliches Fortschreiten von Leid zu Glück und wieder zu Leid. Man sagt, dass wir ein Leben nach dem anderen im Kreislauf des Leidens verbringen. Doch auch wen Sie nicht an ein Leben nach dem Tod glauben, brauchen Sie sich nur anzuschauen, wie viel nur in einer einzigen Stund geschieht und Sie werden erkennen, dass Sie schon in dieser kurzen Zeit mehrere Leben durchschreiten.
Auch die zweite Art des Leidens wird Ihnen nicht fremd sein. Einige von Ihnen würden vielleicht zum Buddha sagen;“ Aber ich bin doch glücklich; ich habe ein schönes Zuhause, einen wunderbaren Job, eine grossartige Familie, ich leide nicht.“ Doch was geschieht, wenn Ihr Chef, die Firma verlässt und der neue Chef unausstehlich ist? Sie haben hart gearbeitet, um sich das Traumhaus zu bauen, und wen es endlich fertig ist verlässt Sie Ihre Frau/Mann plötzlich. Die Kinder werden aufsässig und wollen nicht mehr in die Schule gehen, sondern nur noch herumbummeln oder Musik hören.
Alles verändert sich, alles ist vergänglich. Alles von dem wir annehmen, es würde uns glücklich machen, ist dem Gesetzen der Vergänglichkeit und des Wandels unterworfen. Jeder Umstand, in dem wir endlich unseren Frieden finden und uns zu Hause fühlen wollen, wird sich unweigerlich auflösen und zerfallen. Ist das nicht tröstlich? Es muntert mich auf, wenn ich darüber nachdenke. Es müsste eigentlich anders sein; Es sollte eine perfekte Situation geben, in der ich dauerhaftes Glück und Frieden in meiner Beziehung, meinem Job in meinem Zuhaus gefunden hätte und es sollte immer so bleiben, so dass ich mich endlich entspannen, daran festhalten, eine kleine Mauer Drumherum bauen und mich sicher fühlen könnte. Doch es gibt keine Sicherheit. Was ich daran aufunternd finde? Die Erkenntnis, dass ich getrost losslassen kann.
Die Lehren versuchen, uns einen Weg in die Freiheit zu zeigen, und dabei geht es darum, unsere Verblendung aufzugeben. Es sind unsere Verblendungen und hohe unrealistischen Erwartungen, die zu Enttäuschungen führen. Wir sind wie Kinder, die eine Sandburg am Meer bauen und sehr daran hängen. Doch dann kommt eine Welle und spült sie weg. Wenn Kinder das einpaar mal erlebt haben, gehen sie recht entspannt damit um. Sie wissen, dass eine Welle kommen und die Burg fort spülen wird. Und genau das versucht der Buddha uns zu zeigen. Wenn wir wissen, dass sich alles verändert und Vergänglich ist, verringert sich der Schmerz, etwas loslassen zu müssen, dass wir ergriffen haben.
von Christine Longaker aus dem Buch “ Lebendiger Buddhismus aus einem Vortrag der Friedensuniversität 1995 in Berlin
Christine Longaker ist eine Schülerin von Sogyal Rinpoche. Sie ist bekannt geworden durch ihr Buch über Sterbebegleitung
Dem Tod begegnen und Hoffnung finden: Die emotionale und spirituelle Begleitung Sterbender
13.11.2009 Text von Christine Longaker
aus dem Buch “ Lebendiger Buddhismus aus einem Vortrag der Friedensuniversität 1995 in Berlin
Christine Longaker ist eine Schülerin von Sogyal Rinpoche. Sie ist bekannt geworden durch ihr Buch über Sterbebegleitung Dem Tod begegnen und Hoffnung finden: Die emotionale und spirituelle Begleitung Sterbender
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7. November 2009 von zentao
über das Herz-Sutra
In der Zen-Tradition wird der Rezitation des Herz-Sutra grosse Kraft zugeschrieben. Sie verhilft zur Konzentration des Geistes und zur Regulierung des Atems.
Zusammengefasst besagt das Sutra: Wenn man wie der Bodhisattva Avalokiteshvara in tiefe Meditation versunken ist, erkennt man das wahre Wesen des Geistes. Geist ist leer, ohne Anhaften, ohne Ego, unendlich gross. Er ist ohne Spuren, klar wie Wasser. Taucht man tief hinein, wird man alles Leiden überwinden. Man wird an das andere Ufer der Existenz gelangen, vom Ufer der Relativität und der Ichbezüglichkeit zum Ufer des Absoluten, des Nicht-Ichs oder der Einheit mit allem, was ist. Die angeborene und erweckte Weisheit ist das Boot, das einen hinüberträgt. Sie ist das Geheimnis, das die beiden Ufer verbindet.
Geist ist wie Wasser. Er kann alles mögliche enthalten. Er kann viele Farben, Formen und Klänge aufnehmen, tragen und leiten, aber an und für sich ist er farblos, formlos und klanglos. Dieser farblose, formlose, klanglose Geist kann alles so wahrnehmen und spiegeln, wie es ist. Diese Fähigkeit zum Wahrnehmen, Beobachten und Erkennen ist die uns angeborene Weisheit, Prajna. Von dieser Weisheit wird gesagt, sie sei gross, grenzenlos, absolut. In der Meditation sollte man wie das Wasser im Glas sein und allen Inhalten erlauben, sich zu setzen – allen Körperempfindungen, Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen. Dann wird der Geist von selbst klar und durchsichtig.
Wie nennt man das, was nicht Geräusch, nicht Klang ist? Es ist Stille; die Stille, die sich in allen Geräuschen oder „dahinter“ verbirgt. Diese Stille ist immer gegenwärtig, selbst im grössten Lärm. Stille und Geräusch bedingen sich gegenseitig, das eine existiert nicht ohne das andere. Ebenso ist es mit dem leeren Geist. Er ist immer gegenwärtig. Die Stille lässt die verworrene Gedankenwelt durchsichtiger werden und bringt die Gefühle zur Ruhe. Allmählich stellt sich die subtile Klarheit ein, in der alles so ist, wie es ist. Nichts wird festgehalten und nichts wird abgelehnt. Eine der überlieferten Meditationsanweisungen aus dem alten China lautet: „Entleere deinen Geist und tauche tief ins Tao ein.“
Sammle deine Aufmerksamkeit und führe sie tief zum Ursprung, zum Seinsgrund, in welchem alles ruht und aus welchem alles entsteht.
Wie es im Herz-Sutra heisst, betrachtet der in tiefe Meditation versunkenen Bodhisattva das Kommen und Gehen, Auftauchen und Verschwinden aller Dinge. Er sieht, dass alles eine Einheit ist, oder besser gesagt, dass sämtliche Lebenserscheinungen Ausdruck des einen Bewusstseins sind.
Jenseits aller Vorstellungen, jenseits der Zweiheit von hier und dort befindet sich das andere Ufer. Doch dieses Jenseits ist gerade hier, wo wir sind. Dieses tiefe Mysterium ist die Botschaft des Herz-Sutra. Deshalb wurde das Sutra über viele Generationen hinweg von unzähligen Menschen rezitiert, studiert und realisiert. Möge es auch in unserer Zeit erhalten bleiben und weiterhin vielen Menschen den Weg weisen.
Freitags-Text von aus dem Buch Herzsutra von Agetsu Wydler Haduch
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1. November 2009 von zentao
Die vier Elemente
Nach buddhistischer Tradition besteht der Körper aus den vier grundlegenden Elementen Erde, Feuer, Luft und Wasser. Diese vier Elemente charakterisieren nicht eine „esoterische“ Grundsubstanz, sondern verschiedene Funktionen und Eigenschaften dieser materiellen Wirklichkeit.
Das Erd-Element bezieht sich auf die Tatsache, dass materielle Dinge Raum einnehmen. Das kann als Härte oder Weichheit direkt wahrgenommen und erfahren werden. In der Meditation sind es diese Erfahrungen, denen wir Aufmerksamkeit schenken.
Das Feuer-Element manifestiert sich als Temperatur, die durch das Schwingen materieller Dinge zustande kommt. Wir nehmen sie wahr: kalt, kühl, warm, heiß oder brennend heiß. Es mag sein, dass wir hier sitzen und der Gedanke kommt: »Oh, es ist wirklich heiß hier drinnen!« Wenn wir in diesem Moment unsere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit dem Körper zuwenden, was nehmen wir dann wahr? Eine Anzahl wechselnder Empfindungen von Kälte oder Hitze. Statt dass wir denken: »Wie heiß es hier drinnen ist!«, fühlen wir die unmittelbare Erfahrung.
Das Luft-Element bewirkt Bewegung in den materiellen Dingen und kann als Vibration, Oszillation oder Spannung wahrgenommen werden. Dies ist die Ebene, auf die wir unsere Achtsamkeit richten wollen.
Das Wasser-Element sorgt für das Zusammenhalten der Materie und entspricht den Kräften der Kohäsion. Dieses Element kann nicht direkt gespürt werden, da es die Kraft ist, die zusammenfügt und so Berührungsflächen auflöst.
In den Meditationen des Körpergewahrseins, die in der Vipassana- oder Erkenntnis-Meditation eine wesentliche Rolle spielen, können wir den Körper auf der Ebene der direkten Wahrnehmung dieser Elemente erfahren, anstatt auf der Ebene von Konzepten wie „Hand“, „Knie“ oder „Körper“ zu bleiben. Dies kann uns helfen, unser Anhaften am Körper zu lösen. Wenn wir denken: »Oh Schreck, mein Knie schmerzt fürchterlich, vielleicht muss ich ins Krankenhaus«, sind wir bereits eindeutig mit der momentanen Körpererfahrung identifiziert. Es ist „mich“ und es ist „mein Knie“, das „fürchterlich schmerzt“. „Ich“ wirkt solide, „Knie“ scheint substanziell, „Schmerz“ ist real, und die befürchtete Konsequenz ist fast schon so gut wie eingetreten.
Wenn es uns jedoch gelingt, unsere Aufmerksamkeit unvoreingenommen und mit Sorgfalt und Interesse auf die direkte Erfahrung zu richten, was nehmen wir da wahr? Einen Druck, ein Stechen, vielleicht Hitze — kaum mehr. Achtsames Hinfühlen, unter Umgehung der Konzepte, kann aus einem scheinbar komplexen und problematischen Phänomen eine relativ leicht verkraftbare Erfahrung machen. So fällt es auch leichter, dieser Erfahrung mit Gelassenheit zu begegnen, statt mit Abneigung, Ärger oder Panik darauf zu reagieren. Die Erfahrung mag vielleicht etwas schmerzhaft sein, etwas unangenehm, aber nicht wirklich ein Problem – kein inneres Leiden.
Aus dem Buch Buddhismus von Fred von Allmen
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24. Oktober 2009 von zentao
,, Gelöbnis für den Menschen ,,
Lasst uns in Ruhe und Gelassenheit, zu unserem Wahren Selbst erwachen.
Zu wahrhaft mitfühlenden Menschen werden, unsere Fähigkeiten ergründen und gebrauchen
Entsprechend unserer jeweiligen Berufung;
Das Leid erkennen im Einzelnen und in der Gemeinschaft und seine Ursache
und die Richtung kennen lernen, die die Geschichte nehmen sollte;
Einander als Geschwister die Hand reichen
Hinaus über Grenzen und Rasse, Nation, Klasse, und Geschlecht.
Lasst uns voll Mitgefühl geloben;
Die tiefe Sehnsucht des Menschen nach der Befreiung
Wahr werden zu lassen und eine Welt zu schaffen;
In der jede und jeder leben kann
In Wahrheit und Fülle.
aus dem grauen Büchlein vom Haus Tao S31
Rezitationen der Sati Zen Sangh
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17. Oktober 2009 von zentao
Durch das Sitzen in der Stille werden alte Verkrustungen aufgelöst und unser Blick ist für das Leben geöffnet. In diesem Augenblick begegne ich mir selbst. Jeder Augenblick, den ich ganz und gar absichtlos lebe,auf den ich mich ohne Bewertung einlasse, wird zum Ausdruck meines wahren Wesens.
Wenn kein Gedanke sich zwischen mich und das Tun dazwischen schiebt, wenn ich und Welt eins werden, tut sich das wahre Wesen allen Seins auf und es wird mir in diesem einen Augenblick bewusst.
Es ist mit keinen Begriff zu beschreiben, doch wir erfahren es, frei von allen Benennungen und Bewertungen als grenzenlose Verbundenheit mit allen Lebewesen. Im Kegon-Sutra wird das allumfassende Sein mit einem unendlichen Ozean verglichen. Dieser Ozean zeigt sich in unendlichen Wellen. So wie jede Welle Vollzug des Ozeans ist, so sind die Phänomene Ausdruck des Seins. Lassen wir uns ganz auf den Augenblick ein, das heisst, werden wir eins mi der Form, erfahren wir ihr wahres Wesen, erleben wir sie als Ausdruck des Ozeans. Erfahren bedeutet dabei, dass wir in dem Moment , wo wir uns dieses Einen bewusst werden, uns selber auch nicht mehr von den Phänomenen getrennt erleben, sondern uns mit allem im Ozean als eins erfahren.
Achtsamkeit kennt keine Unterscheidung. Daraus ergibt sich die radikale Akzeptanz des Augenblicks. Diese Akzeptanz ist ein waches Dasein, ein Sich-Einlassen auf den Augenblick ohne Wenn und Aber. Sie ist ein radikales Leben des Augenblicks. Sie nimmt radikal den Augenblick als Vorzug des Lebens an und projiziert damit nicht die eigenen Vorstellungen und Wertungen in den Augenblick. Damit wandelt sie unsere Emotionen in tiefe Empfindungen um, da sie nicht mehr an Objekte gebunden sind. Zudem macht sie unseren Geist klar, doch nicht schneidend, da sie nicht mehr trennt.
In dieser Absichtslosigkeit entfaltet sich das uneingeschränkte Mitgefühl. Mitgefühl ist im Zen kein unbestimmtes Gefühl. Mitgefühl ist die bewusste und aktive Annahme dessen, was ist. Damit steht das Mitgefühl im Zen als Lebenshaltung im Mittelpunkt und gibt ihm auch einen Ort, nähmlich das Herz. Zen beschreibt seine Übung der Achtsamkeit als Erwachen des Herzgeistes. Der Herzgeist lässt mich selbst im anderen erfahren, nichts steht mir gegenüber, sondern ich finde mich im anderen wieder. Denke ich an andere, denke ich an mich, betrachte ich das andere betrachte ich mich selbst.
So beschreibt Meister Ryokan es in einem seiner Gedichte
Selbst wenn du so viele Bücher verschlingst,
wie es Sandkörner am Ganges gibt.
Das ist doch alles nicht so viel wert,
wie das Erfassen eines einzigen Zen-Verses.
Wenn du das Geheimniss des Zens wissen möchtest.
Hier ist es:
Alle Dinge sind im Herzen.
Quelle; Doris Zölls
Interview
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